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Donnerstag, 16. Januar 2020

Konferenz der BCCG zu den Auswirkungen des Brexits auf den Finanzplatz London

Die Konversation britischer Spitzenpolitiker kann sehr unterhaltsam sein. Sie müssen lediglich aus unterschiedlichen politischen Lagern stammen. Ein Glanzstück dieser Art des Diskurses wurde den Teilnehmern der heutigen Konferenz im Haus der Commerzbank am Pariser Platz geboten. Thematisch ging es darum, wie sich der Brexit auf den Finanzstandort London auswirkt.

Es diskutierten der Bankingprofi David Marsh CBE, der Finanzmarktkenner Markus Schmucker von Squire Patton Boggs, Adam Marshall - Generaldirektor der British Chamber of Commerce, Baroness Kishwer Falkner vom House of Lords und der ehemalige Europaminister Denis MacShane. Da David Marsh relativ schnell das Podium verlassen musste, um mit EasyJet nach London zu fliegen, hatten die anderen Panelisten für die nötige Würze zu sorgen. Der ehemalige Labour-Politiker Denis MacShane schlug sich dabei wacker und sezierte Boris Johnson mit treffsicherer Ironie. Die Baroness vom House of Lords fand das despektierlich und konterte mit festem Blick. Sie war gar nicht erfreut über "the language Denis describes the prime minister" (die Sprache, mit der Denis den Premierminister beschreibt).

Spinner und Außenseiter

Dass in Großbritannien politisch korrekte Formulierungen nicht so hoch im Kurs stehen, zeigt auch eine Stellenanzeige, die Downing Street 10 herausgebracht hat. Man suche "Spinner und Außenseiter", die sich um das Thema Brexit kümmern. Mit unflexiblen Schmalspurdenken, sei solch eine Aufgabe nicht zu bewältigen. Um weiteres Öl ins Feuer zu gießen, holte Denis MacShane sein Buch mit dem schönen Wortspieltitel "Brexiternity" heraus. Als Berliner könnte man darauf aufsetzen und ein Buch mit dem Titel "BERwigkeit" schreiben- wenn das Thema BER inzwischen nicht schon so langweilig geworden wäre. Bei langweiligen Themen wie dem Brexit geht die britische Presse inzwischen auch sehr clever vor. Sie überlagert diese einfach mit Schlagzeilen aus dem Königshaus. Das klappt fast immer.

Financial Hub London

Nun aber zum eigentlichen Thema der Konferenz: Die Commerzbank sieht den Brexit sehr kritisch. Falle dadurch doch ein wichtiger europäischer Player aus, mit dem man sich gemeinsam im globalen Wettbewerb gegenüber China und den USA hätte behaupten können. Auch gehe damit die Komponente des britischen Pragmatismus verloren, die eine gute Ergänzung zur deutschen Korrektheit und dem französischen Zentralismus geboten hatte.

Bereits vor zwei Jahren waren über 20 große Finanzgesellschaften aus London abgewandert und haben den Standort geschwächt. London war und ist als Financial Hub für viele internationale Finanzhäuser interessant, weil es das weltweit beste Clearingverfahren für Transaktionen zwischen Banken bietet. Zusammen mit den Folgedienstleistungen macht das Finanzwesen in Großbritannien etwa 11% des Bruttoinlandsproduktes aus.

Stillstand durch Brexiternity

Der "Brexiternity" hat inzwischen einen spürbaren Stillstand in der britischen Wirtschaft erzeugt. Unternehmen besetzen vakante Stellen nicht und warten ab, wie sich die Regeln für Arbeitserlaubnisse gestalten werden. Auch Investitionen sind auf Eis gelegt. Adam Marshall warf ein, dass sich Unternehmen letztlich irgendeinen Weg suchen, um weiter Profit machen zu können - und sei es, dass sie Großbritannien verlassen. Auch Fachkräfte werden einen Weg finden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Letztlich wurde in dieser Konferenz bestätigt, dass seitens der politischen Akteure nicht wirklich etwas für den Brexit vorbereitet wurde. Boris Johnson brachte in seiner kalkuliert flapsigen Art schon Regeln von Cricket und Football an, um sich von altbewährten Regeln des Marktes und der Diplomatie zu lösen. Interessant war, dass die Briten Angela Merkel als verlässlichen Fels in der Brandung Europas ansehen und froh sind, dass sie noch im Amt ist.

Empfang in der Botschaft

Nachdem Baroness Kishwer Falkner noch angebracht hatte, dass Labour immer nur zurückschaut, während die Torys nach vorne schauen, war die unterhaltsame Konferenz beendet. Direkt neben dem Fenster hing die Flagge der amerikanischen Botschaft. Sie wurde nun nicht mehr von der Sonne beleuchtet, sondern von einem Scheinwerfer. Die Teilnehmer begaben sich angeregt plaudernd in die nahegelegene britische Botschaft. Dort gab es den traditionellen Empfang zum Jahresauftakt.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 16. September 2019

David Marsh und die 10 Gebote der deutsch-britischen Zusammenarbeit

David Marsh begleitet die British Chamber of Commerce in Germany (BCCG) schon lange. Er ist britischer Banker, Journalist und Autor. Er hat mehrere Bücher über den Euro und andere Finanzthemen geschrieben.

Auf der Konferenz zum 100. Geburtstag der BCCG hielt David Marsh eine bemerkenswerte Rede über die Grundprinzipien der deutsch-britischen Zusammenarbeit. Diese kann hier nachgelesen werden:

Text der Rede von David Marsh
Charts zur Rede von David Marsh

Donnerstag, 12. September 2019

Pressestimmen zum Brexit - Unternehmen wollen endlich klare Verhältnisse

Der 100. Geburtstag der British Chamber of Commerce fällt in eine heiße Phase der britischen Politik. Als heiß wird sie wohl hauptsächlich von international agierenden Unternehmen empfunden, die die Unsicherheit um den Brexit-Zeitpunkt satt haben und endlich wieder über ein verlässliches Lagebild zur strategischen Planung verfügen möchten.

Die jüngsten Pressestimmen zum Brexit bestätigen das:


Mittwoch, 11. September 2019

BCCG recommends German companies to look forward and to urgently prepare themselves for the imminent, complex realities

The British Chamber of Commerce in Germany recommends German companies to look forward and to urgently prepare themselves for the imminent, complex realities.


  • Brexit can also offer opportunities for German companies in the long term.
  • Economic relations will remain and may be expanded between Great Britain and Germany.
  • Brexit offers the German economy good cause for readjustment.
  • Collaborations possible in attractive third markets.

The British Chamber of Commerce in Germany - BCCG – has appealed to companies in Germany to understand all relations with Great Britain as an opportunity both immediately and in the long-term, despite many political turbulences.

BCCG President Michael Schmidt explained:

“The economic ties between Great Britain and Germany will remain. Regardless of the option chosen by the United Kingdom, it will remain a significant economic power and an important partner for Germany. Our companies should, therefore, remain calm with regard to existing and future business relations, secure their businesses - as well as they can - and not jump to conclusions. Companies should be flexible. Identify potential for their own business and develop this sustainably.

Attractive third markets

Andreas Glunz, Managing Partner International Business, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, also sees in the whole Brexit debate a “...... positive opportunity to readjust trading relations”.

Although the 2019 German British Business Outlook survey by KPMG and the BCCG shows that around 40 percent of the companies questioned expect Brexit to strongly influence their businesses, “in the other direction this means that Brexit is an appropriate point in time to pause and to radically reassess the focus of UK business”, says Andreas Glunz.

The new focus of one of the largest trading partners of Germany offers German companies the opportunity to approach new collaboration partners, new investment projects and new common market access. In future Great Britain’s new trade agreement with third-party countries, in particular with the USA, could also contribute in the long-term.”

Preparation for uncertain times

The BCCG appeals to companies in Germany to accept Great Britain leaving the European Union and to use the remaining time to prepare themselves for it.

“Many companies continue to be inadequately prepared on several counts for the risks of a probable exit”, says Michael Schmidt.

Under a hard Brexit companies would have to adjust to profound changes and disruptions of at least several months in economic trade with Great Britain.

“Europe’s financial sector will also be faced with substantial challenges in the next few years. In order that this does not result in disadvantages for all market participants and customers, additional costs and does not fragment the market the community of states should swiftly complete its reform project capital market union”, says Stephan Lutz, Partner and Brexit expert at PwC (BCCG Member).

The BCCG member DZ Bank hopes that Great Britain will also continue to participate in European and global sustainability issues after Brexit.

“The European Union and Great Britain will continue to promote the reduction of carbon-dioxide”, explains Frank Scheidig, Global Head of Senior Executive Banking (Member of the Sustainable Finance Committee of the German government). “The British Climate Protection Law will foreseeably remain in effect.”

BCCG President Schmidt urgently appeals:

“The political agony in British Parliament should be overcome as quickly as possible with rationally led debates and decisions. Whether an immediate Brexit, new elections or an extended negotiating scope with the EU, all options require a willingness to compromise and the democratic consensus of all.  It is about a peaceful future in Europe.”

This year the BCCG celebrates 100 years since its foundation. With over 600 member firms and over 4000 contacts it sees itself in the year of Brexit as the mediator among the current concrete problems.

On 12 September 2019 the BCCG is holding a large conference in Berlin on occasion of its anniversary. More details on www.bccg100.de

Contact:
Andreas Meyer-Schwickerath, AMS@bccg.de, +49 (30) 206 70 80
Uwe Westphal, info@uwewestphal.com, +49 (174) 511 1100

BCCG rät dringlich zur Vorbereitung auf die kommenden, komplizierten Realitäten

Britische Handelskammer in Deutschland empfiehlt deutschen Unternehmen Blick nach vorn und rät dringlich zur Vorbereitung auf die kommenden, komplizierten Realitäten.


  • Brexit kann langfristig auch Chance für deutsche Unternehmen werden
  • Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland bleiben und können ausgebaut werden.
  • Brexit für die deutsche Wirtschaft guter Anlass für Neujustierung
  • Kooperationen auf attraktiven Drittmärkten möglich

Die Britische Handelskammer in Deutschland - BCCG – hat die Unternehmen in Deutschland aufgerufen, alle Beziehungen zu Großbritannien, trotz vieler politischer Turbulenzen, unmittelbar und langfristig als Chance zu verstehen.

BCCG-Präsident Michael Schmidt erklärte:

„Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland werden bleiben. Egal, für welche Option sich das Vereinigte Königreich entscheiden wird, es wird weiterhin eine wesentliche Wirtschaftsmacht und ein wichtiger Partner Deutschlands sein. Unsere Unternehmen sollten daher mit Blick auf vorhandene und künftige Geschäftsbeziehungen Ruhe bewahren, ihr Geschäft – soweit es geht – sichern und keine übereilten Schlüsse ziehen. Die Unternehmen sollten agil sein, Potenziale für das eigene Geschäft identifizieren und diese nachhaltig erschließen.“

Attraktive Drittmärkte

Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sieht im der gesamten Brexit Debatte auch einen „…guten Anlass zur Neujustierung der Handelsbeziehungen.“

Obwohl die Umfrage des German British Business Outlook 2019 von KPMG und BCCG zeigt, dass rund 40 Prozent der befragten Unternehmen einen starken Einfluss des Brexits auf ihr Geschäft erwarten.  „Im Umkehrschluss bedeutet das: der Brexit ist ein geeigneter Zeitpunkt innezuhalten und die Ausrichtung des UK-Geschäfts grundlegend neu zu beurteilen“, so Andreas Glunz.

Die Neuausrichtung eines der größten Handelspartner Deutschlands bietet deutschen Unternehmen die Chance, neue Kooperationspartner, neue Investitionsobjekte und neue gemeinsame Marktzugänge anzugehen. Hierzu können auch zukünftige neue Handelsabkommen Großbritanniens mit Drittländern, insbesondere den USA, langfristig beitragen.“

Vorbereitung auf ungewisse Zeiten

Die BCCG ruft die Unternehmen in Deutschland auf, sich auf einen Brexit Großbritanniens aus der Europäischen Union einzustellen und die verbleibende Zeit nutzen, um sich darauf vorzubereiten.

„Viele Unternehmen sind auf die Risiken eines wahrscheinlichen, Ausstiegs vielfach weiter unzureichend vorbereitet“, so Michael Schmidt.

Mit einem Hard Brexit müssten sich Unternehmen auf tiefgreifende und zumindest mehrmonatige Disruptionen im Wirtschaftsverkehr mit Großbritannien einstellen.

„Auch auf Europas Finanzbranche kommen in den nächsten Jahren erhebliche Herausforderungen zu. Damit diese nicht nur zum Nachteil für alle Marktteilnehmer und Kunden werden, zusätzliche Kosten verursachen und den Markt fragmentieren, sollte die Staatengemeinschaft ihr Reformprojekt Kapitalmarktunion zügig vollenden“, sagt Stephan Lutz, Partner und Brexit-Experte bei PwC (BCCG-Mitglied).

Das BCCG-Mitglied DZ Bank hofft, dass sich Großbritannien auch nach dem Brexit bei europäischen und globalen Nachhaltigkeitsthemen weiter einbringen wird.

„Die Europäische Union und Großbritannien werden den Abbau von Kohlendioxid weiter vorantreiben“, erklärt Frank Scheidig, Global Head of Senior Executive Banking (Mitglied des Sustainable Finance-Beirats der Bundesregierung). „Das britische Klimaschutzgesetz wird absehbar in Kraft bleiben.“

An die Politik richtet BCCG-Präsident Schmidt den Appell:

„Schnellstens sollte die politische Agonie im britischen Parlament durch vernunftgeleitete Debatten und Entscheidungen überwunden werden. Ob nun ein Brexit, Neuwahlen oder ein verlängerter Verhandlungsspielraum mit der EU, alle Optionen erfordern die Kompromiss-bereitschaft und einen demokratischen Konsens aller.  Es geht um die friedliche Zukunft in Europa.“

Die BCCG begeht in diesem Jahr ihr 100. Gründungsjubiläum. Mit über 600 Mitgliedsfirmen und über 4000 Kontakten sieht sie sich vor allem im Jahr des Brexits als Vermittlerin zwischen den aktuellen Problemstellungen.

Am 12. September 2019 veranstaltet die BCCG anlässlich ihres Jubiläums eine große Konferenz in Berlin. Mehr unter www.bccg100.de

Kontakt:
Andreas Meyer-Schwickerath, AMS@bccg.de, +49 (30) 206 70 80
Uwe Westphal, info@uwewestphal.com, +49 (174) 511 1100

Donnerstag, 28. März 2019

Pressemitteilung zur Brexit-Umfrage: Viele Unternehmen noch nicht vorbereitet - Wesentliche Auswirkungen erwartet


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  • German British Business Outlook 2019: 40 Prozent der befragten britischen und deutschen Unternehmen prognostizieren wesentliche negative Auswirkungen auf ihr Geschäft
  • Fast die Hälfte der befragten Unternehmen (47 Prozent) zu Beginn des Jahres noch nicht auf den Brexit vorbereitet
  • Zukunftsaussichten sind ambivalent: Unternehmen erwarten Rückgang für die britische Wirtschaftsleistung, aber Wachstum für das eigene Geschäft
  • Großbritannien bleibt auch in Zukunft ein wesentlicher Markt für deutsche Unternehmen und kann Impulse für Forschung und Entwicklung setzen

Berlin, 28. März 2019 – Inmitten der noch immer unsicheren Lage rund um den Austritt Großbritanniens aus der EU stehen viele Unternehmen (47 Prozent, Stand Januar 2019) weiterhin unvorbereitet vor dem – in welcher Form auch immer – anstehenden Brexit. Und das, obwohl rund 40 Prozent der Unternehmen erwarten, dass der Brexit große oder sehr große Auswirkungen auf ihr Geschäft haben wird. Das zeigen die Ergebnisse des German British Business Outlook 2019 (GBBO), der heute vor der Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellt wurde. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat dafür gemeinsam mit der British Chamber of Commerce 101 deutsche Unternehmen mit Konzernzentrale in Großbritannien und britische Unternehmen mit Konzernzentrale in Deutschland befragt.

Ein weiteres Ergebnis: Gesamt betrachtet erwarten 84 Prozent der befragten Unternehmen für 2019 einen Rückgang der britischen Wirtschaftsleistung. „Die British Chamber of Commerce feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Ein langer Zeitraum, in dem der Brexit ein historisches Ereignis und eine Zäsur für beide Seiten des Ärmelkanals darstellt. Dabei ist es enorm wichtig, dass die Zeichen weiterhin auf engen Austausch stehen”, sagt Michael Schmidt, Präsident der BCCG.

Brexit hat wesentliche Auswirkungen – Umsatzrückgänge und administrative Hürden erwartet

Laut Umfrageergebnissen des GBBO 2019 prognostizieren 40 Prozent der befragten Unternehmen große oder sehr große Auswirkungen des Brexit auf ihr Geschäft. Weitere 38 Prozent sagen einen moderaten Einfluss voraus. Die stärksten Auswirkungen des Brexits sehen die befragten Unternehmen im Bereich der drohenden administrativen Hürden (47 Prozent); ebenso viele befürchten einen Umsatzrückgang. Jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) sieht Störungen in den Lieferketten als den am stärksten durch den Brexit bedrohten Bereich. Steigende Zollaufwendungen sind in jedem fünften Unternehmen ein Thema (22 Prozent).

Als Reaktion auf die drohenden Auswirkungen im Worst Case – sprich bei einem Hard Brexit – wollen Unternehmen ihre Planung für Investitionen (35 Prozent), Personaleinstellungen (19 Prozent) und Export-Aktivitäten (16 Prozent) revidieren. 13 Prozent der befragten Unternehmen planen für diesen Fall ihre Aktivitäten nach Deutschland zu verlagern. Eine Verlagerung in andere Länder Kontinentaleuropas überlegen weitere 10 Prozent. Keines der befragten Unternehmen plant, post-Brexit Geschäftsaktivitäten nach Großbritannien zu verlagern.


„Die Umfrage zeigt, dass der Brexit dazu führt, dass die Unternehmen Ihre Geschäftsaktivitäten im Korridor Deutschland-Großbritannien in vielfacher Weise anpassen“, sagt Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. „Deutlich wird auch, dass nach den Banken auch knapp ein Viertel der Unternehmen anderer Branchen planen, ihre Aktivitäten nach Kontinentaleuropa zu verlagern.“

Unzureichende Vorbereitung – Hard Brexit sollte unbedingt vermieden werden

Betrachtet man die Erwartungen der Unternehmen, ist ein weiteres Studienergebnis des GBBO 2019 besonders besorgniserregend: Zum Erhebungszeitraum im Januar 2019 gab noch fast die Hälfte der befragten Unternehmen an, sich bisher nicht auf den Brexit vorbereitet zu haben. Unternehmen, die bereits Vorkehrungen getroffen haben – zum Befragungszeitraum waren es 53 Prozent – haben eine Risikobewertung für ihr Geschäftsmodell durchgeführt. Vor allem durch Umstellung ihrer administrativen Prozesse und durch die Einrichtung einer Brexit-Task-Force ergreifen sie weitere Maßnahmen zur Vorbereitung und für ein nachhaltiges Managen der Auswirkungen.

„Deutsche Unternehmen sind im britischen Markt wirtschaftlich sehr aktiv. Für einen Großteil der deutschen Wirtschaft ist es daher enorm wichtig, dass der Hard Brexit vermieden wird. Auch wenn der Ausgang noch immer unsicher ist, gilt es jetzt das laufende Geschäft durch geeignete Maßnahmen soweit wie möglich abzusichern“, ordnet Andreas Glunz ein.

„Es ist bedauerlich, dass die politische Entwicklung britischen wie auch deutschen Unternehmen wenig Wahl lässt – sie müssen sich auf den Ernstfall vorbereiten. Die bilaterale Wirtschaft hat für die EU eine enorme Bedeutung: Mit allein 650 000 von britischen und deutschen Unternehmen im jeweils anderen Land direkt Beschäftigten führt die gegenwärtige Lage fast zwangsläufig zur größten Krise zwischen der EU und Großbritannien. Die British Chamber of Commerce ruft die politischen Entscheidungsträger dringend dazu auf, die vielschichtigen Verbindungen zum Königreich nicht aufs Spiel zu setzen“, betont Michael Schmidt.

Ambivalente Zukunftsaussichten auf die britische Wirtschaft und das eigene Geschäft

Für den Gesamtblick auf die Zukunft der britischen Wirtschaft zeigt der GBBO, dass die Einschätzungen sehr ambivalent sind. Während 84 Prozent aller befragten Unternehmen einen Rückgang der Wirtschaftsleistung erwarten ­- knapp die Hälfte davon sogar in besonders starker Form - sehen sie die Entwicklung des eigenen Geschäfts weniger düster. Denn 47 Prozent der befragten Unternehmen rechnen für ihr Geschäft mit einem Wachstum, nur 36 Prozent mit einem Rückgang.

Zahlen zu den Post-Brexit-Investitionsgründen zeigen außerdem, dass der britische Markt für deutsche Unternehmen auch künftig wichtig bleiben wird. Denn trotz Ausstiegsplänen und deren Auswirkungen gibt noch immer die Hälfte der befragten Unternehmen an (47 Prozent), auf Grund von Kundennachfrage weiter dort zu investieren. Darüber hinaus wird das Vereinigte Königreich weiter als geschätzter Standort für Forschung und Entwicklung wahrgenommen. Fast alle Unternehmen, die in Großbritannien Forschung betreiben, kooperieren mit Universitäten und großen Technologieunternehmen und schätzen die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte dort.


Über den German British Business Outlook 2019
Für den German British Business Outlook 2019 hat KPMG in Zusammenarbeit mit der British Chamber of Commerce (BCCG) 101 deutsche Unternehmen mit Konzernzentralen in Großbritannien und britische Unternehmen mit der Konzernzentrale in Deutschland zwischen dem 20. Dezember


2018 und dem 25. Januar 2019 zu deren wirtschaftlichen Aussichten und den erwarteten Auswirkungen des Brexit befragt. Dabei fokussiert sich die Studie besonders auf den wirtschaftlichen Blick deutscher Unternehmen in Großbritannien.

Die Studie zum Download finden Sie hier.


Pressekontakte:

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Marita Reuter, Leiterin Unternehmenskommunikation
+ 49 030 2068 1118
 mreuter@kpmg.com

BCCG British Chamber of Commerce in Germany
Andreas Meyer-Schwickerath, Director BCCG
+49 030 206 7080
info@bccg.de

Uwe Westphal
0174 5111100
officewestphal@gmail.com


Donnerstag, 22. Februar 2018

BCCG Kolumne Brexit Tagebuch


Brexit Is - What Brexit Does

Im Gegensatz zu den meisten Nachrichtenmedien hat dieser Kolumnist das Privileg, sein Herrschaftswissen hier darzulegen. Genauer gesagt, wo und wie die Road to Brexit sich im layout des Europäischen Kontextes, zukünftig gestalten wird.

Den Schlüssel zu diesem Wissen lieferte David Davis kürzlich mit einer Rede in Wien zum Thema: Delivering our Future Economic Partnership. Dort legte er überraschenderweise auch dar, was das Vereinigte Königreich zukünftig nicht sein möchte, nämlich ein Land, das „…plunged into a Mad Max style world borrowed from dystopian fiction.”

Um dieses D’Day Szenario richtig zu verstehen, um zu dechiffrieren was David Davis meint, müssen wir genauer auf den Klassiker des Endzeit-Film Mad Max schauen.

Da haben wir zuerst einmal den Einzelgänger Max Rockatansky, alias Mel Gibson, im postapokalyptischen Ödland (Australien, heute Belgien). Max wird mit seinem hochgerüsteten Ford Falcon (heute: Mini Cooper/BMW) von den anarchisch und völlig verrohten Warboys (und deren kultisch verehrten Chef-Tyrannen Boris Johnson, Jacob Rees-Moog und Nigel Farage) gefangen. Max befreit sich und schließt sich den NIX an, einer Frauengang aus Angela Merkel, David Davis und Theresa May.

Ziel dieser Gruppe ist es, das „green and pleasant land“ (United Kingdom) zu erreichen, um dort eine neue Gesellschaft nach Jahren der Versklavung und Abhängigkeit, diesmal ohne Aggressionen aus Brüssel und Social Media Attacken, zu errichten. Doch als sie auf der Insel ankommen, ist die Enttäuschung groß. Das erhoffte Paradies ist ein Verkehrschaos mit tausenden von Drohnen, die David Davis unter der Hand in seiner Yorkshire Heimat schon 2019, kurz nach dem vollzogenen Brexit in großer Auflagenhöhe verkaufte.

Dennoch siegt Mad Max mit seiner GLBT Gruppe, allerdings ohne Angela Merkel und Mr Davis. Mit einem stillen Gruß verabschiedet sich Max Rockatansky und verschwindet im Sonnenuntergang. Nach Wochen erreicht er Brüssel, rasiert sich und tritt nun, unbemerkt von der europäischen Öffentlichkeit, unter dem Namen Günter Oettinger mit einem geschätzten Monatsgehalt von knapp 25. 000 Euro auf. 

Alle Meldungen darüber, dass Mad Max II – Der Vollstrecker in der Hauptrolle David Davis zeigt, sind als fake news zu bewerten.
Autor: Robert Peacock
www.bccg.de



Mittwoch, 7. Februar 2018

Wer beendet die Brexit Verhandlungen, Theresa May oder Jacob Rees - Moog?

Der britische Independent enthüllte, kaum dass das neue Jahr anfing, was ohnehin schon alle wussten - die Tories sind hoffnungslos veraltet und haben den Eintritt ins 21. Jahrhundert komplett verpasst.  Für eine solche Meldung sollte man diese Zeitung nicht kritisieren, denn die meisten Zeitungen schreiben ja genau das, was ihre Leser ohnehin schon wissen. Wer immer noch Zeitungen abonniert, möchte sowieso nur seine eigene Meinung am Morgen bestätigt finden, keine ärgerlichen Kommentare oder Artikel konsumieren müssen.
Mit der Tory Partei sieht es oberflächlich betrachtet ähnlich aus.  Die Mitgliederzahl ist inzwischen auf geschätzte 70 000 Mitglieder geschrumpft, davon sollen, nach einer Aussage des politischen Tory Urgesteins Ken Clark,  60% über 65 Jahre alt sein. Zweidrittel wiederum davon sind Männer, die sich gern ihre Intelligenz gegenseitig vorführen.  Kein Wunder also, dass die Attraktivität dieser Partei bei den 20-jährigen gegen Null tendiert.  
Die Konservativen vermeiden seit fünf Jahren Mitgliederstatistiken zu veröffentlichen.  Verständlich allemal. Nur Pensionäre wollen einer Partei beitreten, die in ihrer Mehrheit im Rentenalter ist.  Ist das jetzt  Altersdiskriminierung?  Bei weitem nicht, es ist allein eine Feststellung. In Deutschland, wie überhaupt Europa kennt man das Problem. Die inkontinente Vergreisung des Kontinents nimmt zu.
Es gibt Berichte von konservativen Parteitagen der Tories, bei denen mehr Werbung für Hörgeräte als PR für die Partei gemacht wird.
Auch Theresa May bleibt vom Alter nicht verschont.  Ihr fast erschreckend vorgebeugter Gang bei den grausam frühmorgendlichen Brüsseler Brexit Gesprächen kurz vor Weihnachten war nicht nur das Ergebnis der politischen Last auf ihren Schultern.  Bedenklicher erscheint politischen Beobachtern die Tatsache dass mehr als die Hälfte der noch aktiven Konservativen für die Einführung der Todesstrafe sind.
Fast zeitgleich mit dem „Blutmond“ kürzlich, verstärkten sich die Gerüchte, dass ein 49jähriger, 1.92 m hagerer Senkrechtstarter und potentieller Nachfolger der Premierministerin, Jacob Rees Moog, die Parteibühne für sich in Anspruch nimmt.
Der „britischste aller Briten“ trat im Alter von 5 Jahren den Tories bei, las ab dem 10. Lebensjahr die FT. Dass er sechs Jahre später bereits seinen eigenen Hedge Fond betrieb, ist nicht verifizierbar.  Der stramme Brexit - Befürworter und strenge Katholik, sagen einige der Konservativen, könnte die Partei wieder zusammen führen. Seine Gegner sehen aber bereits die Tory Partei zu einer Sekte von Ewiggestrigen schrumpfen. Da hilft dann auch kein Churchill Film mehr, in dem Gary Oldman den knurrigen Premier spielte. Jacob Rees-Moog reicht heute allemal als Kasperlefigur. 

Autor: Robert Peacock

Freitag, 19. Januar 2018

BCCG Kolumne: BCCG Brexit Tagebuch


Sphinxe und Rätsel


In der FAZ vom 16. Januar schrieb Gina Thomas im Feuilleton einen bemerkenswerten Artikel über die Premierministerin, Frau Theresa May, der überschrieben ist mit "Sphinx ohne Geheimnis". So lesenswert der Artikel auch ist, wird hier vor allem auf die Überschrift Bezug genommen. 

Diese ist eine Reminiszenz an Oscar Wildes "Picture of Dorian Gray", wo der scharfsinnige Lord Henry Wotton von einer Frau herausgefordert wird: Beschreiben Sie uns als Geschlecht! Worauf hin er ohne Umschweife antwortet: Sphinxe ohne Geheimnisse. Wenn man bedenkt, dass die Sphinx aus dem Altertum jeden verspeiste, der ihr berühmtes Rätsel nicht lösen konnte, werden Frauen hier generell zu Bestien, die den tapferen Mann, der sich ihrer Herausforderung stellt, untergehen lässt. Das wird der holden Weiblichkeit sicher nicht gerecht. Trotzdem: Ein wunderbares bon mot, für das Oscar Wilde neben vielen anderen dieser Art zu Recht berühmt wurde - und ist! 

Ein Gegengewicht, um fair zu bleiben, kommt von William Shakespeare, der den Herren der Schöpfung wenig charmant unterstellt: "Sigh no more, ladies, sigh no more, men were deceivers ever, one foot in sea and one on shore, to one thing constant never!" 

Ob Frau May als vermeintliche Sphinx allerdings solche Gesellen wir Boris Johnson oder Lord Hammond verschlingen kann, bleibt fraglich, um nicht zu sagen: zweifelhaft, hätte sie es doch sicher längst getan wenn sie's vermochte. Immerhin, George Osborne, Rätsel oder nicht, konnte die Herausforderung nicht lösen. 
Es scheint, dass die Ergründung des Charakters von Frau May in fundamentaler Schwierigkeit jener von Frau Merkel nicht nachsteht. Die vielen verzweifelten Versuche kommen dem bekannten Versuch gleich, Wackelpudding an die Wand zu nageln (womit nichts über über die physischen Eigenschaften besagter Damen gesagt sein soll). Die Damen bleiben also höchstselbst ein Rätsel.
Daher: Es lebe das Matriachart, welches unaufhaltsam auf uns zurollt: Merkel ist "Mutti", eine Koseform, die allerdings Frau May in diesem Leben niemals anfliegen wird, so viel ist sicher, wenn ein Journalist sie schon als "Maybot", in Anlehnung an einen Roboter, bezeichnet. Maybot, or maybe not: lässt Euch nicht verschlingen, Kinder! 

George Winterfield
BCCG.de

Freitag, 12. Januar 2018

BREXIT Tagebuch - Kolumne der BCCG


Brexit, Orangen, Cheese und Churchill – Europas dunkelste Stunde

Der Angriff deutscher Bomber auf London 1940 zur Jahreswende (The Blitz), war in der Tat ein finsterer Tag für die Briten. Der Verlust der britischen Kontrolle über Indien 1948 und der Rückzug britischer Truppen vom Suezkanal, das alles liegt den Menschen des Vereinigten Königreiches noch immer schwer im Magen.

Kein Wunder also, dass nun, gut ein Jahr vor dem Brexit, zu den letzten wirklich scharfen Waffen der Verteidiger Großbritanniens gegriffen wird. Und genau deshalb wird der 10. Januar 2018 in die englische Geschichtsschreibung eingehen.

Denn an diesem kalten und nebeligen Januartag eilte eine mutige Delegation der „Leave Means Leave Campaign“ mit Lord John Longworth als Speerspitze sowie UKIP Mitglied Mr. Woolfe zum Treffen der Europäischen Kommission mit Michael Barnier nach Brüssel.

Im Gepäck der Pro Brexit Streiter fanden sich einige Mitbringsel, die den zutiefst französisch fühlenden Gourmet Herrn Barnier in schwere Irritationen versetzte.  In einem Geschenkkorb, auch Fresskorb genannt (bei Arbeitsjubilaren immer wieder gern verschenkt), überreichten die Herren aus London edle Waren an den europäischen Feind.

Darin enthalten waren:

+ Eine komplette Shakespeare-Ausgabe
+ Ein Glas (200 Gramm) Marmite+ Teebeutel (100 Stueck) von PG Tips+ 200 Gramm Cheddar Käse (angeblich von Marks & Spencer, aber hier sind die Quellen  
   ungenau)
+ Ein Glas Orangenmarmelade (rough cut, natürlich)+ Eine Flasche englischen Pinot Noir (das wird Herrn Barnier sehr geärgert haben)
+ Eine Flasche Hendrick‘s Gin (ungekühlt)

Dieser so eiskalt vorgetragene Frontalangriff auf die Geschmacksnerven des Herrn Barnier soll dennoch die gewünschte Wirkung verfehlt haben. Herr Barnier nahm die Gaben an, ging aber sofort zur Tagesordnung über und verlangte erneut von den Briten Euro 52 Mrd. Rückzahlung an die EU.  Aus internen Quellen stammt die Information, dass Herr Barnier den Fresskorb mit dem Fuß unter den Verhandlungstisch trat. „So ein minderwertiger Mist kommt mir nicht ins Haus“, will ein Reporter der Daily Mail von Barnier gehört haben.

Eine andere Information erhielt der Verfasser dieser Kolumne von einem Mitarbeiter des EU- Haushaltskommissars Günther Oettinger, einst ein Jemand in Baden-Württemberg, heute irgendwie in Brüssel.  Dem fiel sofort, in Anbetracht der in Plastik und Cellophan verpackten englischen Delikatessen, die Einführung einer europäischen Plastiksteuer ein.  Mal eben so als Strafe für den ganzen Verpackungsmüll und eben zur Kompensation der zukünftig fehlenden EU Beiträge aus London.  

Nebenbei ließe sich erwähnen, dass die britischen Demissionäre kurz nach der Geschenkübergabe an den EU Brexit CEO Barnier im heftigen Streit übereinander herfielen.  Denn der Lord John Longworth hatte auf dem Marmeladenglas entdeckt, dass die Orangen darin aus Spanien kamen, der Dorset Käse mit Milch aus Holland hergestellt wurde.

Die EU Pressesprecherin war zu einem Kommentar zu unserer Kolumne leider nicht erreichbar.


Abs. Robert Fortesworth, www.BCCG.de, 12. Januar 2018

Donnerstag, 28. Dezember 2017

BREXIT TAGEBUCH - Brussels Sprouts


Brussles Sprouts und Brexit

Um die Ambivalenzen der britischen Seele zu begreifen, deren Feinkostverhalten und politische Sensibilität zu verstehen, muss man die Eigenheiten der britischen Küche untersuchen.
Der britische Außenminister Robin Cook erklärte 2001 Chicken Tikka Masala zum Nationalgericht. Das war ein politisch hochbrisanter Schritt. Denn kaum hatte er es gesagt, fielen die Fish & Chips Traditionalisten über ihn her, beschuldigten ihn gar des Landesverrats.
Noch schroffer ging es in der Weihnachtszeit mit einem anderen Gourmetprodukt zur Sache- dem Rosenkohl, auf Englisch Brussels Sprouts. Nein, eben nicht "Brussel Sprouts" wie Unwissende immer wieder behaupten.


Um die Dimension des laufenden „Brussels Sprouts Scandal“ zu erfassen und zu verstehen, müssen die YOUGOV Statistiken zu Rate gezogen werden. Hier die Fakten:
+ 62% der Briten futtern zu Weihnachten Rosenkohl. Die Gesamternte täglich ab dem 1. Dezember: 150 Tonnen.
+  Am 25.12, Christmas Day, konsumieren die Briten 105 Million Rosenkohl als Beilage zum Braten, welcher Art auch immer.
+ Rosenkohl dient mit pflanzlichem Eiweiß der Stärkung unserer Abwehrkräfte und ist dazu noch preiswert.
Neben den politischen Implikationen für den damaligen Labour Außenminister Cook geriet der kleine Kohlkopf 2016 wieder in den Fokus einer fast neuen Irlandkrise.  Ein trockener Sommer machte den britischen Landwirten zu schaffen; der weihnachtliche Rosenkohl musste aus nun Irland importiert werden. Demzufolge hieß er Irish Brussels Sprouts.


Die Verwirrung unter den Käufern war groß. War das wieder ein Komplott der EU Bürokraten? Europa-Skepsis wurde erneut angeheizt.
Kaum ein Jahr später- nunmehr war London bereits in den Brüsseler Post-Brexit Verhandlungen verstrickt- begannen vor einigen Wochen britische Supermärkte mit einer raffinierten Offensive des britischen Selbstbewusstseins: Statt Brussels Sprouts wurden nun British Sprouts angeboten und gekauft.  Der Slogan "Buy British" beförderte einen gewissen Stolz.


Der Wirtschaftswissenschaftler 
Dr Jon Seaton, von der Loughborough University fand zudem heraus, britische Sprouts seien besser und billiger als die Sprout Importe aus Holland oder Frankreich. Einräumen musste er allerdings, dass Brussels Sprouts in einigen Luxusgeschäften in Kensington für ca. Euro 13.00 pro Kilo verkauft werden.
Der Blick in die Zukunft verspricht dennoch einigen etwas Hoffnung: mit vollzogenem Brexit sollen die Rosenkohlpreise sogar noch gesenkt werden. Ist das aber nun ein Argument für die British Sprouts? Die ultimative Antwort darauf kann die traditionelle Kohlfahrt der BCCG  hoffentlich im Februar liefern.


Admiral van Pommeroy


Freitag, 8. Dezember 2017

BREXIT TAGEBUCH - Irish Sea


Brexit and Fish & Chips - Irish sea is the source for many fish ending up in nasty cooking jars…


Die irische See zwischen Großbritannien und Irland hat nach dem letzten Verhandlungsmarathon in Brüssel eine besondere Bedeutung: sie ist die Außengrenze der EU.

Die irische See hat nun bekanntermaßen einen großen Fischreichtum. Dieser Fisch, der dort vieltausendfach gefangen wird, die beliebte Scholle, wird besonders gerne in London und überall in Großbritannien und in Irland sowie Nordirland, nach einer alten Tradition, gegessen. Nämlich nach einer Ummantelung mit Bröseln und der Prozedur des Frittierens zusammen mit Kartoffelchips als Fish & Chips.

Damit kommt der in Irland und Großbritannien so beliebten Scholle im Nationalgericht Fish & Chips (!) auch eine neue Rolle zu. Ist das nicht ein Grund diesen Fisch, dem es jetzt, wie sollte man sagen: an die Kiemen geht, neu zu regeln?

Nun wäre das ganz einfach auch in Zukunft, man könnte man den trilateralen Fischhandel ja weiter betreiben, wäre da nicht die EU Grenze dazwischen. So würde künftig ja der Fisch, je nach Verlauf der Grenze, entweder auf der irischen Seite (mit der durchlässigen Grenze nach Nordirland), oder auf der britischen Seite (Wales, England und Schottland angrenzend) gefangen. Das hieße aber, dass die genaue Lokation für die Zollbehörden wichtig würde, je nach Standort entweder einen Export oder Import in das oder aus dem jeweils anderen Gebiet zugrunde zu legen.

Damit müsste der Fisch dann den Zollbehörden vorgelegt werden, entweder in Irland, Nordirland oder in Wales, England oder Schottland, und die müssten dann entscheiden, welchen Zollsatz sie für den Handel zugrunde legen.

Das ist aber bei Fisch nicht so einfach. Der schwimmt ja mal unter der Grenze links oder rechts herum, schert sich nicht um Brüssel und denkt auch gar nicht daran, überhaupt gefangen zu werden. Wird er aber doch erwischt, muss jetzt der Fischer feststellen – wo war er denn gleich, oder - frei nach Loriot – wo schwimmen sie denn hin?

Wir sehen schon die Auswirkungen: nicht nur, dass das ganze länger dauert und die Frische des Fisches von Stunde zu Stunde des Verhandelns abnimmt, nein, die Grünen werden ein Fest daran finden, die übelriechenden Abgase einzufangen, solange der Fisch noch in der EU ist (bei Großbritannien ist das ja nach dem Austritt nicht so sicher – da können sich die Gerüche dann frei -aber nur auf deren Gebiet!- verbreiten). Und die Briten sind ja hart im Nehmen. Schließlich wissen sie: der Fisch stinkt zuerst vom Kopf her. 

Brüssel wird sich also mit Theresa May bald darüber unterhalten, wie man möglichst den Fisch und die Kartoffeln für die Chips zur Vermeidung weiterer Verteuerung und übelriechender Abgase, ausnimmt von jeglichen Zollgrenzen. Just-in-time-delivery wäre dann gewährleistet, wenn vernünftig verhandelt wird. Ist das noch vor dem Austritt der Briten zu schaffen? Zumindest bis dahin ist jedenfalls der Fisch noch frisch und das Nationalgericht Fish & Chips noch nicht durch billigere Ersatz-Fische aus britischen Hühnchen ersetzt…

Lady Molesworth

Mittwoch, 6. Dezember 2017

BREXIT TAGEBUCH: Ein Hauch von Nordkorea über dem Brexit?

Das Vereinigte Königreich gibt dem Kreis der vertrauteren Beobachter immer wieder Rätsel auf. Nein, nicht die Meldungen zu Harry’s bevorstehender Hochzeit (eine Vermählung wie in den  Paradise Papers) mit Meghan Markle.  Das sind ja ohnehin nur die Königreichmeldungen die wir als Leser am ehesten goutieren. Wen interessieren da noch die vermuteten Steuerhinterziehungen von Prinz Charles und der Queen?

Ansonsten ist die Nachrichtenlage aus London’s Tower of Power doch eher mager.  Frau Mays Feststellungen, dass die Insel auch nach den Brexit geografisch noch immer zu Europa gehört, lassen selbst die Sodoku verwöhnten, anglophilen Leser mit einem Gähnen zurück. Wenn es denn stimmt, dass Gott die Welt in 6 Tagen erschuf, seinerzeit ohne Einmischung von Brüsseler EU Administratoren, fällt aktuell beim Tempo der Verhandlungen und der Kakophonie aus Westminster und Brüssel auf; Gott war selbst analog noch schneller als die Verhandelnden heutzutage. 

Nun aber scheint über Brüssel und London ein Hauch von politischer Erleuchtung aus (seltsamerweise) Nordkorea zu helfen. Liegt hier gar die Erlösung von den kaum noch erklärlichen Brexit Verhandlungen ohne Brexit Bauchlandung?   

Kurz: die Befürchtungen sind groß und finster. Könnte der Brexit gar zu einem neuen Bürger/Handels/Sektenkrieg zwischen Nord-und Süd-Irland führen?  Niemand weiß das.  Deutlich ist aber: In Nordkorea sind politische Entscheidungen einfacher, schneller zu finden.  Einige sagen auch, nordkoreanische Friseure könnten das Post-Brexit Grenzproblem zwischen Irland und GB mit einer Art von Demarkationslinie temporär lösen.  Das sind aber Spekulationen.

Aber wir wissen: der begehrte Kurzhaarschnitt des Herrn Kim Jong Un beeindruckte selbst Donald Trump.  Der weiß zwar nicht so genau wo Irland und Nordkorea geografisch liegen, ist aber ein Freund des irischen Whiskeys, exotischer Frisuren und starker Worte.

Der fernöstliche Trend zeigte bereits Folgen. Die Hippster im Trendsetter Bezirk von London Kensington gehen in die lokalen Barber Shops die den inzwischen „Yong Un - hair cut“ offerieren. Warum also nicht auch mal ein neues Styling für Theresa May, Herrn Barnier oder Herrn Juncker?

Hier tun sich völlig neue Perspektiven in Sachen Brexit auf. Würden die Briten das postkoloniale Commonwealth mit Nordkorea auf 55 Länder erweitern, stünde einem Freihandelsabkommen (wie auch der Erweiterung des Spielerkaders in der  Premier League) mit Pjöngjang wenig im Wege.  Von der Gruppe der fundamentalistischen Kreationisten aus Belfast in Frau Mays Koalitionsregierung würde das sicher begrüßt werden.
Admiral van Pommeroy

Freitag, 17. November 2017

BCCG Pressemitteilung Brexit

Pressemitteilung 


BCCG Rhein-Main - Frank Scheidig - Stephan Mayer MdB

15. November 2017

Wirtschaft, Finanzsektor und Politik: Gemeinsam gegen einen harten Brexit



Frankfurt / Berlin. Warum die aktuellen Verhandlungsbarrieren zwischen dem Vereinigten Königreich (VK) und der Europäischen Union (EU) gelöst werden müssen und wie die zukünftigen deutsch-britischen Beziehungen
aussehen könnten.

Die fünfte Runde der Austrittsverhandlungen mit dem Vereinigten Königreich (VK) nach Artikel 50 EU-Vertrag fand Anfang Oktober 2017 statt.

Nennenswerte Fortschritte konnten bisher nur in den Bereichen der Bürgerrechte und der Grenzregelung zur Republik Irland / Nordirland erreicht werden. EU-Verhandlungsführer Barnier formulierte hingegen erst kürzlich einen merklichen Stillstand, was den finanziellen Ausgleich anbelangt. Zudem ist bislang völlig offen, wie die Handelsbeziehungen zwischen dem VK und der Europäischen Union (EU), zwischen dem VK und der Bundesrepublik Deutschland aussehen sollen und werden.

Vor diesem Hintergrund hat die britische Handelskammer in Deutschland (British Chamber of Commerce in Germany, BCCG) in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden der Deutsch-Britischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag, Stephan Mayer MdB, zu einer hochrangig besetzten Konferenz in die DZ BANK AG nach Frankfurt am Main eingeladen. Zu den Diskutanten zählten unter anderem Iain Begg, Professor am European Institute der London School of Economics, Lord Meghnad Desai, Member of the House of Lords, Silvia Schmitten-Walgenbach, Vorstandsmitglied von Barclays in Frankfurt, Michael Schmidt, Präsident der BCCG
und ehemaliger CEO von BP Europa SE sowieJoachim Würmeling, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.


Die rund 50 anwesenden Experten stimmten darin überein, dass bis zur erneuten Prüfung der Verhandlungsfortschritte auf dem Europäischen Rat (ER) am 14./15. Dezember ein „no-deal“-Szenario mehr als realistisch zu sein scheint. Dies gilt es aber umso mehr und mit allen bilateralen Mitteln zu verhindern: Für die knapp 3,3 Millionen EU-Staatsangehörigen, die aktuell im VK leben, oder auch mit Blick auf beispielsweise die rund 21 Milliarden Euro, die jährlich von der deutschen Automobilindustrie in das VK fließen. Außerdem würde das „worst-case-scenario“
nicht nur einschneidende Auswirkungen auf für die deutsch-britischen Wirtschafts-, Handels- oder Wissenschaftsbeziehungen haben, sondern auch massiven Einfluss auf den globalen Raum der über 38 weltweiten Finanz- und Handelspartner des VKs nehmen.

Aufgrund fehlender rechtlicher Rahmenbedingungen und mangelndem Einigungswillen werden sich zukünftige Investitionen im britischen Raum drastisch reduzieren, Zölle wiederum den Warenverkehr erheblich erschweren. Einigkeit bestand auch in der Einschätzung, dass aus dem Brexit resultierende Standortvorteile für Deutschland und insbesondere Frankfurt zwar zu begrüßen sind, das Augenmerk jedoch primär auf eine für alle Parteien akzeptable Lösung gerichtet bleiben sollte. Die zentrale Forderung der Konferenzteilnehmer war: Rhetorische Barrieren müssen zugunsten aller Verhandlungspartner dringend überwunden werden, um eine drohende „loose-loose“-Situation zu verhindern. Es sei nicht geholfen, die Debatte ausschließlich um einzelne Beträge für die sogenannte "Schlussrechnung" an die Briten kreisen zu lassen.

Die Teilnehmer der Konferenz konnten sich in ihrem Bestreben nach einem sachlichen Diskurs nach den abschließenden Worten von Stephan Mayer auch von der Politik in Berlin unterstützt sehen, denn klar ist: Das VK muss Partner Deutschlands und der EU bleiben. Der Übergang muss in einem geregelten Verfahren und zu gerechten Bedingungen vereinbart werden, denn der Brexit wird kommen. Am Cliff-edge sollte am Ende niemand stehen - weder das VK noch die EU.

Frank Scheidig                       Stephan Mayer, MdB                                 
Chairman                                 Vorsitzender
BCCG Region Rhein-Main 
          Deutsch-Britische Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag
info@bccg.de

Mittwoch, 29. März 2017

BCCG Pressemitteilung: Britische Regierung stellt Antrag zum Austritt aus der EU nach Art. 50 EUV

BCCG Pressemitteilung

Britische Regierung stellt Brexit Antrag nach Art. 50 EUV


•            Die britische Regierung stellte heute formell den Antrag nach Art. 50 EUV (Lissabon Vertrag) und erklärte damit den Austritt Großbritanniens aus der EU.  Es wird nun in den nächsten 2 Jahren zwischen Großbritannien und der EU über die Modalitäten des Austritts verhandelt.

•            Es geht dabei im Wesentlichen um drei Schwerpunkte: das Austrittsabkommen, ein Abkommen zur Regelung künftiger politischer und wirtschaftlicher Beziehungen einschließlich einem Freihandelsabkommen, und die Übergangsregelungen (Implementierungs-Abkommen).

•            Die BCCG plädiert nachhaltig, angesichts der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung guter Beziehungen zu UK, für Verhandlungen mit Pragmatismus und Weitsicht.  Nur eine ausgewogene Gestaltung der Verträge kann die künftigen Beziehungen zum drittgrößten Handelspartner Deutschlands und der zweitgrößten Volkswirtschaft der EU positiv gestalten.  Das liegt im Interesse aller Beteiligten.  

•            Deutschland hat einen deutlichen Exportüberschuss i.H.v. 45 Mrd Euro mit UK, und das gesamte Volumen des bilateralen Handels inkl. Dienstleistungen ist über 183 Mrd Euro. Dieser Überschuss wurde laut DIHT in 2016 nur etwas eingetrübt, insbesondere durch Wechselkurs bedingte Schwankungen, in Folge des EU Referendums.

•            Geschätzte 500.000 bis 700.000 Arbeitsplätze in Deutschland sind direkt vom Export nach UK betroffen.

•            In UK werden es ebenfalls einige hunderttausende Arbeitsplätze sein, die vom Export in die EU betroffen sind.

•            BCCG wird die künftigen Verhandlungen begleiten, sich aktiv in den relevanten Gremien einbringen, und unterstützt Anfragen von Betroffenen.
Seit Mitte 2016 hat die BCCG Expertengruppen gebildet, die das Thema Brexit und die Konsequenzen behandeln. Hierzu gehören die Schwerpunkte Automobilindustrie, Banking/Finanzdienstleistungen, Recht, Steuern, Energie, Handel. Unsere Experten bringen ihr Fachwissen in die Diskussionen und bei Veranstaltungen ein und stellen ihr Know-how den interessierten Gremien aus Politik und Wirtschaft, sowie den Medien zur Verfügung.

•            BCCG macht das Fachwissen öffentlich zugänglich und veröffentlicht Artikel dieser Arbeitsgruppen und weitere Informationen in den Publikationen, sowie auf der Website (unter Brexit).

•            Darüberhinaus führt die BCCG regelmäßig allgemein zugängliche Informationsveranstaltungen zum Thema Auswirkungen des Brexit, auch mit konkretem Industriebezug und spezifischen Themen durch. Dazu gehören u.a. auch rechtliche oder steuerliche Problemstellungen.


Andreas Meyer-Schwickerath

Director
British Chamber of Commerce in Germany e.V. (BCCG, Britische Handelskammer in Deutschland)
info@bccg.de
Tel. 030 20 67 080
www.bccg.de, www.bccg.de/brexit, www.bccg.de/events

Mittwoch, 7. September 2016

BCCG BREXIT Website

BCCG website has been updated to feature Brexit.

The BCCG website was updated recently to add a separate page on Brexit matters.

On this page, the BCCG regularly features news, articles from members and press, events with BCCG members and co-operating partners and other comments, relating to the UK´s EU referendum of June 23.


As negotiations on the majority vote to leave will begin sometime in the near future, uncertainty remains for the time being. We will monitor available sources and feature interesting News on this matter on our separate page

www.bccg.de/brexit.    

Any of our members and co-operating partners may contact us to include opinions or articles there. We are looking forward to your Response.

Please note that our Website has increasing visitor traffic, making any contributors more visible than ever. With an average of 8-10.000 visits per month and more than 10 pages per visitor, it is one of the most frequented bilateral websites.


Andreas Meyer-Schwickerath
British Chamber of Commerce in Germany e.V. (BCCG)

info@bccg.de

Donnerstag, 7. Juli 2016

BCCG N24 Interview 6 Juli 2016

BCCG Interview 6 Juli 2016, nach der BCCG Pressekonferenz: http://www.n24.de/n24/Mediathek/videos/d/8793462/warnung-vor-drastischen-brexit-folgen.html

Mittwoch, 6. Juli 2016

BCCG and Brexit


In a press-conference today, the British Chamber of Commerce in Germany (BCCG) demanded long-sighted negotiations in order to avoid negative economic and social consequences because of Brexit. More than 600,000 employees in Germany and Great Britain are directly affected by Brexit. As the UK is still part of Europe, we should focus on pragmatic negotiations in order to keep trade and political relations as unaffected as possible. Brexit in this sense may be a chance for a revitalised EU, resulting in a more transparent and democratic Union for all.
For Details see our blog http://british-chamber.blogspot.de/2016/07/bccg-pressemitteilung-brexit.html

Andreas Meyer-Schwickerath, BCCG, info@bccg.de

Freitag, 1. Juli 2016

BCCG fordert Verhandlungen mit Weitsicht - negative wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen durch Brexit müssen vermieden werden

Pressemitteilung
Press Release, for English, please scroll down


BCCG fordert Verhandlungen mit Weitsicht, Besonnenheit und Pragmatismus – negative  wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen durch den Brexit  müssen vermieden werden

Über 600.000 Menschen in Deutschland und Großbritannien sind unmittelbar vom Brexit betroffen

Erste negative wirtschaftliche Folgen des Brexit zeichnen sich bereits jetzt ab, denn die Verflechtung der Wirtschaftskraft von Großbritannien und Deutschland ist ausgesprochen intensiv: Geschätzt haben etwa 2.500 deutsche Unternehmen Betriebsstätten mit knapp 400.000 Beschäftigten in Großbritannien. Umgekehrt sind etwa 1.200 britische Unternehmen mit 220.000 Beschäftigten in Deutschland ansässig. Die Britische Handelskammer in Deutschland (BCCG) fordert deshalb alle aktiv beteiligten Personen und Institutionen auf, bei den laufenden Verhandlungen Weitsicht, Besonnenheit und Pragmatismus walten zu lassen. Die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien über die Modalitäten des Austritts und der Beziehungen sollten wegweisend wirken. Sie dienen dazu, die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen auch nach dem Brexit möglichst ungehindert fortzusetzen. Denn es geht um Arbeitsplätze und Handel. Dies ist besonders im Interesse der Deutschen, der Briten und eben aller Europäer.

Die Menschen in Großbritannien und in Europa müssen wieder Vertrauen in die Politik finden, gerade auch durch Verhandlungen mit Augenmaß. „Es geht nicht alleine nur darum, negative wirtschaftliche Auswirkungen zu vermeiden. Es geht um nicht weniger als das Vertrauen der Bürger in Politik und ihre Institutionen zurückzugewinnen und nicht nur einen Riss durch die angelsächsische Gesellschaft zu verhindern, sondern eine Spaltung Europas“, sagt Andreas Meyer-Schwickerath, Geschäftsführer der BCCG. 

Die Bedeutung Großbritanniens für den deutschen Im-und Export:

·     Großbritannien ist die zweitgrößte Volkswirtschaft in der EU mit einem Bruttosozialprodukt von 2,5 Billionen Euro.

·     Für Deutschland ist Großbritannien das drittgrößte Exportland nach USA und den Niederlanden

·     der bilaterale Handel inkl. Dienstleistungen betrug 2015 insgesamt 183 Mrd. Euro – ein Anstieg von ca. 7% gegenüber 2014.

·       Der Warenverkehr betrug insgesamt 136 Mrd. €

o   Die britischen Exporte nach Deutschland liegen bei etwa 41 Mrd. €,

o   Die deutschen Exporte nach Großbritannien liegen bei ca. 95 Mrd. €.

·       Der Austausch an Dienstleistungen betrug insgesamt 47 Mrd. €

o   Britische Dienstleistungen nach Deutschland 23 Mrd. €,

o   deutsche nach Großbritannien 24 Mrd. € betrugen.

·       Insgesamt gehen über 50 Prozent des Exportes aus Großbritannien in die EU

·       Deutschland ist das wichtigste Land für die Exporte aus Großbritannien.


Brexit ist ein Warnschuss für die EU – weitermachen wie bisher ist keine Option
 

Der Brexit spaltet das Vereinigte Königreich in mehrfacher Hinsicht. Dabei ist das knappe Votum mit 52% für und 48% gegen den Austritt nur eine Betrachtungsweise. „Viel gravierender sind die Wahlergebnisse bei geographischer als auch bei der Betrachtung der unterschiedlichen Altersgruppen. Großbritannien steht vor der Mammutaufgabe die entstandenen Gräben wieder zuzuschütten“, sagt Andreas Meyer-Schwickerath. Gleiches gilt für die EU, denn weitermachen wie bisher wird keine Option sein.

Es besteht die Gefahr, dass die politisch zentrifugalen Kräfte in den anderen Mitgliedsländern, u.a. auch in Frankreich und Deutschland, zunehmen. Die Hauptargumente der britischen Pro-Brexit-Kampagne werden auch dort thematisiert: Unruhe wegen hoher Immigration und geringem Wachstum, der Wunsch nach größerer politischer Eigenverantwortung, und die weitverbreitete Auffassung, dass die Eliten sich von den Wählern entfernt haben.

„Wir hoffen daher auf notwendige Weitsicht sowohl bei den anstehenden Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien als auch bei den notwendigen Reformen der EU. Es steht viel auf dem Spiel, diesseits und jenseits des Kanals, aber es ist machbar“, sagt Andreas Meyer-Schwickerath.   

Der überwiegende Anteil der BCCG-Mitglieder teilt die Auffassung, dass sich die vielfältigen globalen Herausforderungen nur multilateral lösen lassen. Entsprechend fördert  die BCCG den multilateralen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Austausch, um so einen Beitrag zur Lösung zu leisten. „Entsprechend gelingt es der Politik derzeit nicht, die breite Masse der Gesellschaft abzuholen. Weder in Großbritannien noch innerhalb der Mitgliedstaaten der EU. Das muss sich ändern. Andernfalls steht die europäische Einigung als Ganzes zur Disposition“, sagt Andreas Meyer-Schwickerath, Geschäftsführer der BCCG. 

Reformen sind notwendig, um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in diese Institution wiederzubeleben. Nur so hat die EU eine langfristige Perspektive. Nur so lassen sich gemeinsam die globalen Herausforderungen meistern. Das belegt auch eine repräsentative Umfrage die die BCCG bei FORSA Ende 2015 in Auftrag gegeben hat. Demnach spricht sich eine Mehrheit der Deutschen sowohl für Reformen als auch für Referenden aus. 

Die Ergebnisse der Forsa-Umfrage im Auftrag der BCCG

·       64% der Befragten befürworten Vetorechte für  nationale Parlamente. Sie sollten das Recht haben, Gesetze  und Verordnungen der EU zu stoppen, wenn eine bestimmte Anzahl von Volksvertretungen der Mitgliedsstaaten diese ablehnt.

·       54% der Deutschen forderten, dass wieder mehr Rechte und Zuständigkeiten von der EU an die einzelnen Mitgliedsstaaten übertragen werden sollten. 

·       Mit 69 Prozent besonders klar votierten die Befragten für das Recht von  EU-Mitgliedsstaaten, den Zugang von EU-Ausländern zu Sozialleistungen an vorherige Beitragszahlungen in die Sozialkassen binden zu dürfen.

·       Die Mehrheit der Deutschen (55%) bedauert den Austritt Großbritanniens aus der EU, und so auch die weit überwiegende Zahl der Mitglieder der BCCG (89%). 


Andreas Meyer-Schwickerath

Director & Member of the Board




Press Release English

1 July 2016

The British Chamber of Commerce in Germany demands long-sighted negotiations – negative economic and social consequences because of Brexit must be avoided




More than 600,000 people in Germany and Great Britain are directly affected by Brexit



There are first indications of negative economic effects as a result of Brexit vote since the German- UK business relations are quite intensive.



-          An estimated 2.500 German companies have almost 400,000 employees in the UK

-          Around 1,200 British firms have 220,000 employees in Germany

-          The UK is the second-largest economy in the EU with a GDP of €2.5 billion

-          Great Britain is Germany’s third largest export country after the US and The Netherlands

-          German-UK bilateral trade of goods and services in 2015 achieved €183 billion – an increase of approximately 7% compared to 2014

-          Movement of goods : €136 billion

-          British exports to Germany: around €41 billion

-          German exports to the UK: approx. €95 billion

-          Exchange of services: €47 billion

-          - from UK to Germany: €23 billion

-          - from Germany to UK: €24 billion



50% of the UK’s export go to EU

Germany is the most important country for exports from the UK



The majority of our members share the view that the complex global challenges can only be solved multilaterally. Therefore the BCCG is supporting a multilateral social and economic exchange as a contribution to solve the conflict. “At the moment politics do not manage to reach broad parts of the society, neither in the UK nor in other member states of the EU. Changes are needed or the EU as a whole is at stake”, says Andreas Meyer-Schwickerath, managing director of the British Chamber of Commerce in Germany.



Reforms are needed to win back the confidence of the people in the EU. Only then it will have a long-term perspective. Only then one can meet the global challenges together.



FORSA poll on EU reforms made at the end of 2015 commissioned by BCCG:



-          64% of the people were in favour of veto rights for the national parliaments

-          54% of the Germans demanded more rights and responsibilities back into the hands of the individual member states

-          69% want EU member states to have a right to link access to social benefits for people from other EU countries with pervious payments of contributions into the social insurances

-          A majority of Germans (55%) feels sad about the UK exit from EU and so does an overwhelming majority of BCCG members (89%).





Andreas Meyer-Schwickerath

Director & Member of the Board

British Chamber of Commerce in Germany e.V.

Friedrichstr. 140, 10117 Berlin, Germany
info@bccg.de