Freitag, 8. Dezember 2017

BREXIT TAGEBUCH - Irish Sea


Brexit and Fish & Chips - Irish sea is the source for many fish ending up in nasty cooking jars…


Die irische See zwischen Großbritannien und Irland hat nach dem letzten Verhandlungsmarathon in Brüssel eine besondere Bedeutung: sie ist die Außengrenze der EU.

Die irische See hat nun bekanntermaßen einen großen Fischreichtum. Dieser Fisch, der dort vieltausendfach gefangen wird, die beliebte Scholle, wird besonders gerne in London und überall in Großbritannien und in Irland sowie Nordirland, nach einer alten Tradition, gegessen. Nämlich nach einer Ummantelung mit Bröseln und der Prozedur des Frittierens zusammen mit Kartoffelchips als Fish & Chips.

Damit kommt der in Irland und Großbritannien so beliebten Scholle im Nationalgericht Fish & Chips (!) auch eine neue Rolle zu. Ist das nicht ein Grund diesen Fisch, dem es jetzt, wie sollte man sagen: an die Kiemen geht, neu zu regeln?

Nun wäre das ganz einfach auch in Zukunft, man könnte man den trilateralen Fischhandel ja weiter betreiben, wäre da nicht die EU Grenze dazwischen. So würde künftig ja der Fisch, je nach Verlauf der Grenze, entweder auf der irischen Seite (mit der durchlässigen Grenze nach Nordirland), oder auf der britischen Seite (Wales, England und Schottland angrenzend) gefangen. Das hieße aber, dass die genaue Lokation für die Zollbehörden wichtig würde, je nach Standort entweder einen Export oder Import in das oder aus dem jeweils anderen Gebiet zugrunde zu legen.

Damit müsste der Fisch dann den Zollbehörden vorgelegt werden, entweder in Irland, Nordirland oder in Wales, England oder Schottland, und die müssten dann entscheiden, welchen Zollsatz sie für den Handel zugrunde legen.

Das ist aber bei Fisch nicht so einfach. Der schwimmt ja mal unter der Grenze links oder rechts herum, schert sich nicht um Brüssel und denkt auch gar nicht daran, überhaupt gefangen zu werden. Wird er aber doch erwischt, muss jetzt der Fischer feststellen – wo war er denn gleich, oder - frei nach Loriot – wo schwimmen sie denn hin?

Wir sehen schon die Auswirkungen: nicht nur, dass das ganze länger dauert und die Frische des Fisches von Stunde zu Stunde des Verhandelns abnimmt, nein, die Grünen werden ein Fest daran finden, die übelriechenden Abgase einzufangen, solange der Fisch noch in der EU ist (bei Großbritannien ist das ja nach dem Austritt nicht so sicher – da können sich die Gerüche dann frei -aber nur auf deren Gebiet!- verbreiten). Und die Briten sind ja hart im Nehmen. Schließlich wissen sie: der Fisch stinkt zuerst vom Kopf her. 

Brüssel wird sich also mit Theresa May bald darüber unterhalten, wie man möglichst den Fisch und die Kartoffeln für die Chips zur Vermeidung weiterer Verteuerung und übelriechender Abgase, ausnimmt von jeglichen Zollgrenzen. Just-in-time-delivery wäre dann gewährleistet, wenn vernünftig verhandelt wird. Ist das noch vor dem Austritt der Briten zu schaffen? Zumindest bis dahin ist jedenfalls der Fisch noch frisch und das Nationalgericht Fish & Chips noch nicht durch billigere Ersatz-Fische aus britischen Hühnchen ersetzt…

Lady Molesworth

Mittwoch, 6. Dezember 2017

BREXIT TAGEBUCH: Ein Hauch von Nordkorea über dem Brexit?

Das Vereinigte Königreich gibt dem Kreis der vertrauteren Beobachter immer wieder Rätsel auf. Nein, nicht die Meldungen zu Harry’s bevorstehender Hochzeit (eine Vermählung wie in den  Paradise Papers) mit Meghan Markle.  Das sind ja ohnehin nur die Königreichmeldungen die wir als Leser am ehesten goutieren. Wen interessieren da noch die vermuteten Steuerhinterziehungen von Prinz Charles und der Queen?

Ansonsten ist die Nachrichtenlage aus London’s Tower of Power doch eher mager.  Frau Mays Feststellungen, dass die Insel auch nach den Brexit geografisch noch immer zu Europa gehört, lassen selbst die Sodoku verwöhnten, anglophilen Leser mit einem Gähnen zurück. Wenn es denn stimmt, dass Gott die Welt in 6 Tagen erschuf, seinerzeit ohne Einmischung von Brüsseler EU Administratoren, fällt aktuell beim Tempo der Verhandlungen und der Kakophonie aus Westminster und Brüssel auf; Gott war selbst analog noch schneller als die Verhandelnden heutzutage. 

Nun aber scheint über Brüssel und London ein Hauch von politischer Erleuchtung aus (seltsamerweise) Nordkorea zu helfen. Liegt hier gar die Erlösung von den kaum noch erklärlichen Brexit Verhandlungen ohne Brexit Bauchlandung?   

Kurz: die Befürchtungen sind groß und finster. Könnte der Brexit gar zu einem neuen Bürger/Handels/Sektenkrieg zwischen Nord-und Süd-Irland führen?  Niemand weiß das.  Deutlich ist aber: In Nordkorea sind politische Entscheidungen einfacher, schneller zu finden.  Einige sagen auch, nordkoreanische Friseure könnten das Post-Brexit Grenzproblem zwischen Irland und GB mit einer Art von Demarkationslinie temporär lösen.  Das sind aber Spekulationen.

Aber wir wissen: der begehrte Kurzhaarschnitt des Herrn Kim Jong Un beeindruckte selbst Donald Trump.  Der weiß zwar nicht so genau wo Irland und Nordkorea geografisch liegen, ist aber ein Freund des irischen Whiskeys, exotischer Frisuren und starker Worte.

Der fernöstliche Trend zeigte bereits Folgen. Die Hippster im Trendsetter Bezirk von London Kensington gehen in die lokalen Barber Shops die den inzwischen „Yong Un - hair cut“ offerieren. Warum also nicht auch mal ein neues Styling für Theresa May, Herrn Barnier oder Herrn Juncker?

Hier tun sich völlig neue Perspektiven in Sachen Brexit auf. Würden die Briten das postkoloniale Commonwealth mit Nordkorea auf 55 Länder erweitern, stünde einem Freihandelsabkommen (wie auch der Erweiterung des Spielerkaders in der  Premier League) mit Pjöngjang wenig im Wege.  Von der Gruppe der fundamentalistischen Kreationisten aus Belfast in Frau Mays Koalitionsregierung würde das sicher begrüßt werden.
Admiral van Pommeroy